Von der “Allergia para la construzione di pagina primera”
Hallo Kollegen,
nicht nur die Welt steckt in einer (Ziel-)Krise, auch unser Spiel hängt durch, und auch ich hatte mich festgefahren. Bei mir war die Diagnose klar – die seltene Erkrankung mit Namen “Allergia para la construcia di pagina primera di communicatione della interneta“ (lateinisch: „Startseitenbestückungsallergie“) – doch nicht nur diese. Zur allgemeinen Krise kam auch noch eine berufliche und eine private. Im Herbst kam so richtig alles zusammen. Die letzten beiden lasse ich einfach hier weg. Zu unserem Dip-Dasein will ich aber was sagen.
Am Anfang war ich Feuer und Flamme, als Dirk mir gesagt hatte „Na dann mach doch!“. Hatte 1000 Ideen, Inspirationen, war genau meine Welt. Doch die Resonanz war mehr als bescheiden. Dazu Widrigkeiten mit dem Bestehenden a la „Oben rechts ein separates Telex-Feld – das läßt sich nicht programmieren“, „linke Spalte – bitte nicht!“ Mir war klar geworden, dass ich auf der Startseite nur ein Mittelfeldbestücker (Manchmal dachte ich sogar, nur ein “Libero” zu sein) sein würde, was mir nicht genügt. Also hatte ich dank der Unterstützung von Christian Lankenau eine separate Newsplattform, die Diplomacy News eingerichtet. Diese gefällt mir nach wie vor richtig klasse, macht manchmal richtig Spass, ein Interview zu lancieren oder eine Fotoreportage von einem Face to face to placieren. Aber auch hier – keine Resonanz! Oder: nicht genügend Resonanz!
Wir schrumpfen: Unser altes Thema – die Community schrumpft, und allen ist es schegal! Da brauchen wir nicht einmal äußere Krisen, wir sind im Prinzip völlig mit uns selbst beschäftigt!
Der Tod von Calhamer ging mir nahe. Die Meldung war bei uns von den Verantwortlichen missmutig aufgenommen worden, wie ich verstanden hate, so nach dem Motto „muss ne Meldung schreiben“ . Für mich war das ehrlich gesagt eine totale Enttäuschung. Calhamer war derjenige, dem wir unsere Community verdanken! Er hat ein Spiel kreiert, das seinesgleichen sucht, weil es nicht von Würfelglück oder Rücke-über-Los-und-erhalte-Karten abhängt, sondern ausschliesslich von unserer Performance – hat man so etwas jemals erlebt? Adrenalin und Panik, Nägelkauen und Bauchkrämpfe, Muliple Orgasmen und Frohlocken, alles kann man in diesem Spiel erleben. Und sind wir doch ehrlich – deswegen machen wir es doch auch! Deswegen fahren wir auf ein Wochenende nach Hannover oder Wiesbaden oder in europäische fernere Städte! Es ist die Lust, es wissen zu wollen, was in uns drinne steckt, an Kommunikationsfähigkeit, an Hinterfotzigkeit, an List und Schläue (man verzeihe mir diese Worte), an Taktik und Strategie. Man will leiden und auch gewinnen. Calhamer hat das geschafft, was mit Flipperautomaten oder auf dem Baseballplatz kaum zu realisieren ist. Auch das Mensch-ärgere-dich-nicht fällt da zurück. Am ehesten passt noch Golf! Kann ich nicht selbst bestätigen, wurde mir aber glaubhaft versichert übrigens von meinem alten Staatsrechtsprofessor Karl Doehring, der sagte „du spielst nur gegen dich selbst“.
Osterpromotion: Ein weitere Schlappe, meine eigene Schlappe! Hatte liebevoll Frames gebastelt und mit Eigenkritik aufgefüllt, zum Nachmachen sozusagen. Dachte, auf einmal sind alle kreativ. Denkste! Es kamen drei ein halb Rückmeldungen. Toll, aber zu wenig. Werden wir noch honorieren, aber erst mal hatte ich einen wirklichen interruptus.
Spieler-Schwund: Hatte vor kurzem folgende Assoziationen: ich lebe in einem Land unter Menschen, die keinerlei Beziehung zur Obrigkeit haben (Mit Begeisterung erzähle ich von Deutschland und von der Schweiz, beide Länder leben Demokratie vor – allen voran die Schweiz - was mir nur Gegenwind einbringt – was gehts uns an, wir müssen hier klarkommen). Menschen also, die von der Obrigkeit auch nichts mehr erwarten. Konsequenzen: das Interesse am Gemeingeschehen verschwindet mit der Zeit, die Betroffenen wenden sich ab, zunächst innerlich, dann mit sichtbaren Aktivitäten: die einen wandern aus, die anderen transferieren ihr Vermögen ins Ausland, eine Teilnahme am Staatsgeschehen lehnen alle ab, kann man sich nur die Finger verbrennen. Die Obrigkeit bemerkt das alles, ist aber ohnmächtig und glaubt, mit schärferen Gesetzen ihr System zu erhalten. So das aktuelle Russland. Kennt ihr den Witz über Ulbricht – der letzte macht das Licht aus? War doch ganz ähnlich. Ist es nicht ähnlich bei uns auch?
Zu uns: einige von uns arbeiten mit Begeisterung an unsem Gemeinwesen „Ludomaniac“. Organisieren zum Beispiel Face to Face. Danke an Andre und an Frerk für soeben oder an Fabian für letzten Sommer. In diesem Zusammenhang auch Respekt für Stefan Unger mit seiner Hannover-Gleisdreieck-Veranstaltung! Grossen Respekt! Fabians Face to face war grosse Klasse, ihr habt es alle gelesen.
DM: Jetzt haben wir das Phänomen, dass keine Resonanz besteht. Nur einige der üblichen Verdächtigen, nämlich 8 Personen, gaben ein positives Feedback. Jetzt fragt sich Andre, wie auch ich verwundert bin: wo sind all die engagierten Spielleiter, die interessierten Spieler, die Vertreter der Obrigkeit, des RdW? Habt ihr keine Meinung, keine Ambitionen, unsere Community zu fördern? Die DM ist ein Event, das jeden, der hier Verantwortung übernommen hat, interessieren muss. Bei wem dies nicht der Fall ist, aus welchen Gründen auch immer, der soll doch bitte dies mitteilen. Es ist das Schweigen, dass misstrauisch macht. Unsere RdW-Mitglieder sind strategisch über das ganze Land verteilt, unter anderem auch in Berlin ansässig. Wirklich kein Interesse, die Community in unmittelbarer Nachbarschaft zu fördern?
Rennleitung: Letztes Jahr im März wurde Nils Menninger zum Rat der Weisen ernannt, womit er Jörg Weiss ersetzte. Geht man heute auf die RdW-Unterseite, so sucht man dort unter den 7 Überfliegern nach Nils vergeblich. Stattdessen findet man in aller Manier wie gehabt Jörg Weiss. Ein Jahr ist vergangen seit der Änderung. Ist niemand von euch interessiert, die Seite mit einem knackigen Lebenslauf von Nils auf den neuesten Stand zu bringen (Würde ich ja machen,habe aber keinen Zugang)?
Spiele werde nicht voll. - World War IV wurde am 4.12.2011 ausgerufen. Bis heute haben sich ganze 9 Personen (von 35) angemeldet, der letzte am 25. August vergangenen Jahres. Was ist los? Chaos, die Tortenschlacht bei Ludo, – hier werden 34 Teilnehmer (für je 1 VZ) erwartet, wurde am 25. Mai 2012 ausgerufen. 14 Teilnehmer sind gezählt, mit meiner jetzigen Anmeldung werden wir 15. Lassen wir noch 2 anmelden, dann könnten wir mit 17 Teilnehmern starten, dann hätte jeder 2 VZ, das wäre doch ein schöner kompromittierender Start. Fun II 3 von Ulrich Degwitz verzeichnet überhaupt nur einen Anmelder, vielleicht aber auch deshalb, weil nicht so richtig offensichtlich ist, welche Regeln gelten.. Mein DO IT YOURSELF – die Variante, bei der auf dem Standardbrett jeder selbst bestimmt, mit welchen Einheiten er starten möchte, also uB wäre ein Flotte Rom möglich, auch eine F Stp (nc), etc, ist zum Glück gerade voll geworden, mein zweites Spiel als Spielleiter – die Anmelderei hat auch einige Monate gedauert. Insgesamt also eine Herumkrebserei, die auch nicht gesund ist.
Nicht viel besser steht es bei den Face to face, siehe Wiesbaden, Hannover in diesem Jahr, von Berlin ist derzeit nicht die Rede.
Es ist in unserer Community von lieben Worten wie von Kakao mit Sahne und leckerer Torte die Rede. Tatsächlich hat Ludomaniac einen Brandcharakter. Ich habe als Jurist in einer Ochsentour das Marketing hart erlernt. Könnte euch noch heute einiges von der Positionierung von merci oder drei wetter taft runterleiern …) Habe auch verstanden, dass man Brands pflegen muss. Da sind einmal die Wettbewerber, dann die Verbraucher, dann die eigenen Zwänge und Bedürfnisse, schliesslich der Lebenszyklus einer Marke und die allgemeinen Marketingregeln. Alles ist im Fluss, und es gilt, die Marke stets den Bedürfnissen von allen Seiten anzupassen und strategisch auszurichten. Nur dann hat man eine Überlebenschance auf lange Sicht. Mit anderen Worten arbeiten Kraft und Nestle an ihren Kakao-Marken permanent. Wir sollten im Rahmen unserer Möglichkeiten das auch tun.
Es gibt ja Ansätze. Zum Beispiel die Youtube-Aktion von Daniel Leinich! Oder eben private und offizielle Events wie von Andre, Frerk, Stefan und Fabian. Mit der Website oder den Websites operieren.. Und Spielleiterengagements und und und. Aber dem ist nicht genug.
Meine Gedanken sind: wir brauchen ein Team von Interessierten, die aktiv mitmachen, mitgestalten, die in verschiedenen Projektgruppen gemeinsam Konzeptionen erarbeiten, wir dann umsetzen.
Folgende Projektgruppen sehe ich schon heute:
1.Ludomaniac, Standortbestimmung und strategische Ausrichtung
2.Mitgliederwerbung überall
3.Spenden- und Sponsoren
4.Promotion und Motivationen
5.Face to face und Events,
6.Website und Infosysteme,
- weitere Projektgruppenvorschläge bitte von euch. Anmeldungen werden ab sofort entgegengenommen.
Diese Arbeitsgruppen unabhängig von bestehenden Organen, aber natürlich im Rahmen der bisherigen abgestimmten Politik vorgehend. Meiner Meinung können wir uns per email mit Rundschreiben verständigen, in regelmäßigen Abständen sicherlich auch Skype- oder Telefonkonferenzen organisieren, vielleicht kennt jemand auch ein Chat-Programm, wo wir kommunizieren können.
Es ist meine Absicht zu helfen, den Schritt in die richtige Richtung zu machen, damit wir alle – und noch einige viele Neue mehr – richtig Lust wieder bekommen auf dieses geniale Spiel. Das wäre sicherlich auch im Sinne von Calhamer, dem wir gedenken.
Bitte gebt euer Feedback, in welcher Form auch immer. Schreibt, mault, macht Vorschläge, kritisiert, meldet euch an, macht den Spielleiter, egal wo, egal auf welche Weise. Der Mai gibt uns naturgemäß einen Hormon- und Motivationsschub. Nutzen wir ihn für unsere gemeinsame Sache, bringen wir uns ein. Zusammen sind wir stark und erfolgreich!
So, das musste ich jetzt mal loswerden. Bitte um Nachsicht auch!
Euer Christian Reichardt





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